Archiv für die Kategorie „Gesellschaft“

300.000 Euro Bußgeld und bis zu drei Jahre Gefängnis: Details zum Raubkopierer-Gesetz in Frankreich

Was bald auf die französischen Internetnutzer zukommen könnte (und wahrscheinlich wird) hat Onlinekosten.de in einer kurzen Newsmeldung zusammen gefasst. Damit rückt das Strafmaß zwischen Delikten wie Körperverletzung und der digitalen Kopie noch näher zusammen. Anscheinend hat hier die Lobby der Verwertergesellschaften gute Arbeit geleistet.

Mit 300.000 Euro Bußgeld und bis zu drei Jahren Gefängnis müssen Wiederholungstäter rechnen. Auch wer selbst gar nicht illegal handelt sondern nur seinen Internet-Zugang zur Verfügung stellt, kann mit 1.500 Euro zur Kasse gebeten werden. “Mein Kind war es”, zählt als Ausrede damit nicht. Zudem können Richter bis zu einem Jahr die Internetverbindung kappen lassen. Kritiker sehen dies jedoch als unzulässigen Eingriff in die Kommunikationsfreiheit.

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Suizide bei France Télécom UPDATE

Onlinekosten.de berichtet:

Suizide bei France Télécom: Wenes ausgewechselt

Nach einer Serie von zwei Dutzend Selbstmorden bei France Télécom hat der Konzern die Nummer zwei in der Führungsetage ausgewechselt. Stéphane Richard (47) sei zum beigeordneten Generaldirektor ernannt worden, teilte France Télécom am Montag in Paris mit.

Möglicher Nachfolger für Lombard

Er rücke damit an die Stelle von Louis-Pierre Wenes, der um seine Ablösung gebeten habe. Richard gilt als möglicher Nachfolger für Konzernchef Didier Lombard, der wegen der Selbstmordserie in Folge der Umstrukturierung erheblich unter Druck gekommen ist. Nach Gewerkschaftsangaben haben sich seit Februar 2008 zwei Dutzend Beschäftigte das Leben genommen. Mehrere nannten in Abschiedsbriefen die Arbeitsbedingungen als Motiv.

Richard war von 2007 bis 2009 Kabinettsdirektor von Wirtschaftsministerin Christine Lagarde und steht Präsident Nicolas Sarkozy nahe. Er soll gute Drähte zu den Gewerkschaften haben. Lagarde hatte Konzernchef Lombard ihr Vertrauen ausgesprochen, ihn aber aufgefordert, etwas gegen die Selbstmordserie zu unternehmen. Das Online-Magazin Mediapart veröffentlichte kürzlich ein Video, das zeigt, wie sich Lombard in einer internen Ansprache flapsig über angeblich unterbeschäftigte Mitarbeiter äußert. In den vergangenen Jahren wurden bei France Télécom 22.000 Stellen gestrichen. Mehrere tausend Mitarbeiter mussten ihren Arbeitsplatz wechseln.

Diese Information stammt von Saskia Brintrup / dpa.

Selbstmordserie bei France Télécom

Onlinekosten.de hat schon mehrfach über die Vorfälle in Frankreich berichtet, nun gibt es wieder ein “Opfer”. Man kann natürlich sagen, dass es keinen Zusammenhang zwischen dem Selbstmord und der beruflichen Situation des Mannes gibt und man kann auch sagen, dass alle anderen Selbstmorde (zwei Dutzend) auch nichts damit zu tun haben. Vielleicht handelt es sich hier ja um ein kommunales Phänomen, vielleicht aber auch nicht.

Selbstmordserie bei France Télécom geht weiter

Die Serie von Selbstmorden unter Mitarbeitern des französischen Telekommunikationskonzern France Télécom reißt nicht ab. Ein 51 Jahre alter Beschäftigter in einem Callcenter stürzte sich am Montag bei Annecy von einer Brücke in den Tod.

Arbeitsklima als Grund

In einem Abschiedsbrief habe der Familienvater das Arbeitsklima in dem Konzern als Motiv für die Tat genannt, berichtete der französische Radiosender France Info. Nach Gewerkschaftsangaben nahmen sich in den vergangenen eineinhalb Jahren rund zwei Dutzend Télécom-Beschäftigte das Leben.

Die Arbeitnehmervertreter gehen davon aus, dass ein Teil der Selbstmorde direkt auf die Arbeitsbedingungen und den Konzernumbau zurückzuführen ist. In den vergangenen Jahren wurden 22.000 Stellen gestrichen und 7.000 Mitarbeiter versetzt. Sogar die Regierung schaltete sich schon ein. Sie forderte die Unternehmensleitung zum Dialog mit den Mitarbeitern auf. Künftig sollen die Betriebsärzte – soweit es die Schweigepflicht erlaubt – psychisch labile Mitarbeiter melden.

Die Information kommt vom dpa / Hayo Lücke.

Die Revolution der Piraten

Mit den oben stehenden Worten beginnt ein Artikel der am Sonntag in der FAZ zu lesen war (und heute im Internet).

Vielleicht ist das einer der besten Artikel, die bisher zum Thema Piratenpartei geschrieben wurden.
Warum? Weil er gut recherchiert, objektiv und kritisch ist und es wirklich schafft den Kern der “Sache” heraus zu stellen – die Bedeutung und Dynamik des Themas “Piraten”. Die Piratenpartei wird darin als Bewegung und Partei gleichermaßen betrachtet und analysiert.  Frank Schirrmacher schafft es aus der Perspektive der Gesellschaft zu erklären, was die sogenannten “Nerds” für die Gesellschaft tun können und getan haben.

Hier ein paar Auszüge:

Kurz: was fehlt, sind die Nerds.
Und jetzt, da sich aus ihrem innersten Kern eine neue und wahrscheinlich bald auch immer un-nerdigere, weil moderne politische Bewegung formiert, kann man nicht anders, als voller Respekt und ohne Ironie ihren Siegeszug zu rühmen. Sie haben die Gesellschaft längst geentert, noch ehe Teile von ihnen sich als “Piraten” zusammentaten.

Ihrem Wesen nach sind Nerds individualistisch. Aber sie sind Individualisten, die dank der digitalen Technologie die größte Vernetzungsstufe der Menschheitsgeschichte möglich gemacht haben: Vernetzung einzelner Subjekte, die ihren Charakter und ihre Individualität bewahren können, nicht nach ihrem Äußeren beurteilt werden, nicht nach ihrem Geschlecht, nicht nach ihrem Diplomatenkoffer oder ihrer Jute-Tasche. Die Organisation ist so geschlechtsneutral, wie es das Internet ist. Das erklärt, wieso sie politisch geweckt wurden, als die Grundregeln bedroht zu sein schienen. Und das macht sie wichtig und notwendig.

Der Nerd ist ein Wunder der Technik. Aber jetzt wird er zu einem Wunder unserer Gesellschaft. Man würde ihn in unserer coolen Glamourwelt auf jeder Party übersehen, er würde kaum reden und keinen Wirbel machen. Ein großer Fehler, wie wir womöglich bereits nach der Bundestagswahl bemerken werden.

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Wir wählen uns alle nur selbst

Der Schriftsteller, Philosoph und Publizist Richard David Precht
Ein Kommentar des Schriftstellers, Philosophen und Publizisten Richard David Precht.
Warum wir den Wahlkampf und die Parteien haben, die wir verdienen.
Gefunden beim ddp (bei Sebastian Willnow).

Das Label unserer Zeit ist die negative Identität, die inszenierte Nichtzugehörigkeit als Individualitätsnachweis. Wir sind keine Staatsbürger mehr, sondern Investmentbanker unserer selbst. Wer sich selbst treu sein will, verpflichtet sich lieber zu nichts mehr. Wenn es schiefgeht, zieht er sein Kapital an Aufmerksamkeit, Arbeitskraft und Vertrauen ab. Die paradoxe Gleichung unserer radikalisierten Individualität ist unverkennbar. Wenn Individualität bedeutet, sich selbst treu zu bleiben, und Identität, seinen Werten treu zu bleiben, so gilt: je mehr Individualität, umso weniger Identität.

Berlin. Regierungsviertel. Im August 2009. Auf der Wiese vor dem Reichstag spielen Migrantenkinder Fußball, Journalisten lümmeln sich auf Liegestühlen im Sand, am Spreebogen dösende Rucksacktouristen im Schatten des Kanzleramtes, neugierige Passanten inspizieren den Garten des Schlosses Bellevue. Eine Allegorie der Ruhe und des Friedens; das Idealbild einer blühenden Zeit, in die Gegenwart gefallen aus der italienischen Frührenaissance. Ein Fresko, heiter und beschwingt, wie jenes von Ambrogio Lorenzetti im Palazzo Pubblico in Siena: Folgen einer guten Herrschaft.

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RETTE DEINE FREIHEIT

“Du bist Terrorist” hat Nachwuchs bekommen!

Wer seine Freiheit retten will, sollte mal auf der Projekteseite von Alexander Lehmann vorbeischauen.

Wunderland der Perversitäten

Schwer zu glauben – aber wahr: Rape sells…

Ein aktueller gulli Artikel von Firebird77 hat meine Aufmerksamkeit erregt, denn bisher war mir nicht bewusst, dass es solcher Art (vergewaltigungs-) Spiele gibt. Sie werden unter dem Namen “RapeLay” geführt und sind in Japan frei erhältlich.

Es geht bei Spielen dieser Art virtuell darum, Frauen sexuell zu belästigen und anschließend zu vergewaltigen. Bei RapeLay beginnt das Anfangsszenario mit einer Mutter und ihren beiden Töchtern, die sich in einem U-Bahnhof befinden. Jeder kann sich das Szenario selbst ausmalen, das “Spielziel” sollte klar sein. Darüber hinaus besteht die grundsätzliche Gefahr, dass die Opfer schwanger werden. Sollte dieser Fall eintreten, liegt das weitere Ziel darin, die Opfer zu einer Abtreibung zu bewegen. Wer sich nicht damit begnügen kann, alleine dieser Handlung nachzugehen, kann zwei virtuelle “Freunde” hinzuholen. Der Gruppenvergewaltigung steht somit nichts mehr entgegen.

Hierzulande müssen wir die Debatte über sogenannte Killerspiele ertragen, welche im übrigen eine Diffamierung der Künstler darstellt, die ihren Lebensunterhalt damit verdienen, solche komplexen und faszinierenden Spiele zu entwickeln. Und das selbstverständlich im vollkommen legalen Auftrag großer Konzerne. Ich weiß nicht, ob im Kontrast zu solchen Vergewaltigungsspielen nicht klar werden sollte, dass die Zeitverschwendung unserer politischen Spielverderber mehr auf wahlgetriebenen Populismus, als auf ernsten Überlegungen und Absichten beruht.

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THE PIRATE BAY – Riding out the storm!

Gerade beim täglichen Rush durch das Netz im Blog von The Pirate Bay gefunden:

Riding out the storm

We have, ourselves, full confidence that if all do their duty, if nothing is neglected, and if the best arrangements are made, as they are being made, we shall prove ourselves once more able to defend our Internets, to ride out the storm of war, and to outlive the menace of tyranny, if necessary for years, if necessary alone.

Even though large parts of Internets and many old and famous trackers have fallen or may fall into the grip of the Ifpi and all the odious apparatus of MPAA rule, we shall not flag or fail. We shall go on to the end, we shall fight in France, we shall fight on the ef-nets and darknets, we shall fight with growing confidence and growing strength in the air, we shall defend our Internets, whatever the cost may be, we shall fight on the beaches, we shall fight on the baywords.org, we shall fight on the /. and on the digg, we shall fight in the courts; we shall never surrender, and if, which I do not for a moment believe, the Internets or a large part of it were subjugated and starving, then our Empire beyond the seas, armed and guarded by the Anon Fleet, would carry on the struggle, until, in Cerf’s good time, the New World, with all its power and might, steps forth to the rescue and the liberation of the old.

Signed;

The Pirate Bay Crew – Always when needed.

Diese kurze Rede bzw. dieses kurze Statement ist im übrigen an eine der drei berühmten Kriegsreden (WW2) von Sir Winston Churchill angelehnt.

Der Preis der Gerechtigkeit

Einen interessanten, wenn auch kurzen, Beitrag zum Thema Filesharing und faire Gerichtsverfahren hat die gerade frisch gebackene, britische Piratenpartei in ihrem Blog veröffentlicht.

Justice for those accused of file sharing will naturally require the opportunity for those accused to have an opportunity to see the evidence against them and challenge it in a court of law. To reduce file sharing by 70%, assuming 7 million people sharing 100 files each means dealing with 70% of 700,000,000 files. That’s 490,000,000 fair trials, or if, as has been rumoured there are to be two different offences, one for uploading, another for downloading, nearly 1 billion fair trials.

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