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ELENA 2010
Es ist soweit, ELENA hat die Bühne betreten. Das Publikum jubelt. Alle sind zufrieden. Eine neue Supernova am Datenschutzfirmament. Meiner Meinung nach sollten sich alle Berufstätigen darüber informieren. Wer mehr über den elektronischen Einkommensnachweis wissen will, sollte den folgenden Artikel, der eine sehr gute Einführung darstellt, lesen und sich kritisch mit dem Thema auseinandersetzen.
ELENA steht für den elektronischen Entgeltnachweis und beschreibt ein Gesetz, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie als »wichtiger Meilenstein zum Abbau bestehender Bürokratie« bezeichnet wird. Was sich nach einer sinnvollen Innovation anhört, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als eine Vorratsdatenspeicherung in einem neuen Bereich in bisher unerreichten Dimensionen. Außerdem soll durch ELENA die elektronische Signatur etabliert werden, da diese für die Anwendung des Verfahrens unerlässlich ist.
Mit dem Beginn des Jahres 2010 müssen Arbeitgeber in Deutschland monatlich die Einkommensnachweise der bei ihnen angestellten Beschäftigten, Beamten, Richter oder Soldaten zur Speicherung an eine zentrale Sammelstelle übermitteln. Dabei wird zusätzlich eine Vielzahl anderer personenbezogener Daten erhoben, die bei Bedarf verschiedenen Behörden zur Verfügung gestellt werden.
Den ganzen Artikel gibt es entweder auf der Homepage der Piratenpartei Deutschland oder Sie können Diesen Beitrag weiterlesen »
Die sogenannte “Wirtschaftskrise” als Denkmantel massiven Stellenabbaus
| Konzern | Mitarbeiter am 30. September 2008* | Mitarbeiter am 30. September 2009* |
|---|---|---|
| Adidas | 37.485 | 39.524 |
| Allianz | 182.171 | 154.302 |
| BASF | 96.695 | 105.858 |
| Bayer | 108.600 | 108.800 |
| Beiersdorf | 21.732 | 21.436 |
| BMW | 103.850 | 98.358 |
| Commerzbank | 42.893 | 66.002 |
| Daimler | 275.535 | 256.857 |
| Deutsche Bank | 81.308 | 78.530 |
| Deutsche Börse | 3.366 | 3.585 |
| Deutsche Post | 458.062 | 435.450 |
| Deutsche Telekom | 230.079 | 259.973 |
| E.On | 93.134 | 90.418 |
| Fresenius SE | 121.288 | 129.218 |
| darunter: Fresenius Medical Care | 67.342 | 70.775 |
| Henkel | 57.157 | 50.948 |
| Infineon | 41.343 | 26.464 |
| K+S | 12.323 | 12.378 |
| Linde | 51.171 | 48.312 |
| Lufthansa | 109.401 | 118.945 |
| MAN | 52.660 | 48.621 |
| Merck | 32.458 | 32.832 |
| Metro | 253.769 | 248.858 |
| Münchener Rück | 43.814 | 47.462 |
| RWE | 65.440 | 70.990 |
| Salzgitter | 26.026 | 25.684 |
| SAP | 51.970 | 47.810 |
| Siemens | 428.000 | 409.000** |
| ThyssenKrupp | 199.374 | 187.495 |
| Volkswagen | 373.409 | 367.050 |
| GESAMT | 3.654.513 | 3.591.160 |
* Konzernangaben aus den jeweiligen Quartals- oder Geschäftsberichten
** Angaben Stand 30. Juni
Quelle: Tagesthemen.de
Selbstmordwelle bei France Télécom UPDATE
Nachdem man die Sache zunächst nicht ernst genommen hatte, denkt die Konzernspitze nach 25 Suiziden letztendlich doch noch darüber nach Maßnahmen zu ergreifen. Das ein Fragenkatalog allerdings der richtige Schritt ist, wage ich zu bezweifeln. Immerhin kann er anonym ausgefüllt werden, immerhin… zumindest stellt es einen Anfang dar – das dieser aber erst nach derart vielen Suiziden angegangen wird, ist absolut inakzeptabel und unverständlich. Einerseits könnte es bedeuten, dass man in den Führungsetagen des Konzernsnicht die geringste Ahnung von seinen Angestellten hat oder aber, das diese bisher eben einfach ignoriert wurden.
“Wir müssen unbedingt aus dieser teuflischen Spirale herauskommen, um die Welle der Selbstmorde zu stoppen.”
Selbstmordwellen stoppt man wohl heutzutage mit Fragebögen und anonymen Papier…
Kündigungsschutz lockern?! – Der Frikadellenfall
Angesichts solcher charakterlosen Entgleisungen wird eines klar: Wenn wir den Kündigungsschutz noch weiter lockern, gibt es in Zukunft wohl auch keine Entschuldigungsbriefe mehr, na dann…Papier sparen und Regenwald retten. Die dpa, GMX und Spiegel.de berichten von einem Kündigungsfall der kulinarischen Art und Weise. Nach 34 Jahren wurde eine Sekretärin aufgrund des Genusses einer Frikadelle entlassen; sie hätte auch schon öfter mal an einem Imbiss der eigentlich für Konferenzteilnehmer gedacht ist, genascht. Dies stelle einen “irreparablen Vertrauensverlust” dar, der es Hermann Schulte-Hiltrop (Geschäftsführer) gänzlich verwehrt, weiterhin mit seiner Sekretärin zusammen zu arbeiten. Schulte-Hiltrop gibt ebenfalls an, dass er von vorhergehenden illegalen Naschübergriffen auf Firmeneigentum gewusst habe.
Mir stellt sich nun die Frage, wie Schulte-Hiltrop sein Vertrauen weiter aufrecht erhalten konnte, wenn er in der Vergangenheit schon von solchen vertrauensschädigenden Unternehmungen seiner Angestellten gewusst hat? Hätte er seiner Sekretärin dann nicht schon viel früher kündigen müssen? Waren die damaligen genaschten Portionen vielleicht zu klein, um einen Vertrauensbruch, wie dieses mal, akut auszulösen?
Der Geschäftsführer behauptete auch, dass es nicht das erste Mal gewesen sei, dass die Sekretärin von einem Imbiss genascht hatte, der eigentlich für Teilnehmer von Konferenzen gedacht war. Daher empfinde er es als gerechtfertigt, das Arbeitsverhältnis zu beenden: “Wir werden das jetzt auf dem Vergleichswege lösen, aber zurücknehmen kann ich das nicht. Das wäre mit einer Abmahnung zu schwach, das muss man einfach mal so sehen”, sagte der Geschäftsführer zu “stern.de”.
Suizide bei France Télécom UPDATE
Onlinekosten.de berichtet:
Suizide bei France Télécom: Wenes ausgewechselt
Nach einer Serie von zwei Dutzend Selbstmorden bei France Télécom hat der Konzern die Nummer zwei in der Führungsetage ausgewechselt. Stéphane Richard (47) sei zum beigeordneten Generaldirektor ernannt worden, teilte France Télécom am Montag in Paris mit.
Möglicher Nachfolger für Lombard
Er rücke damit an die Stelle von Louis-Pierre Wenes, der um seine Ablösung gebeten habe. Richard gilt als möglicher Nachfolger für Konzernchef Didier Lombard, der wegen der Selbstmordserie in Folge der Umstrukturierung erheblich unter Druck gekommen ist. Nach Gewerkschaftsangaben haben sich seit Februar 2008 zwei Dutzend Beschäftigte das Leben genommen. Mehrere nannten in Abschiedsbriefen die Arbeitsbedingungen als Motiv.
Richard war von 2007 bis 2009 Kabinettsdirektor von Wirtschaftsministerin Christine Lagarde und steht Präsident Nicolas Sarkozy nahe. Er soll gute Drähte zu den Gewerkschaften haben. Lagarde hatte Konzernchef Lombard ihr Vertrauen ausgesprochen, ihn aber aufgefordert, etwas gegen die Selbstmordserie zu unternehmen. Das Online-Magazin Mediapart veröffentlichte kürzlich ein Video, das zeigt, wie sich Lombard in einer internen Ansprache flapsig über angeblich unterbeschäftigte Mitarbeiter äußert. In den vergangenen Jahren wurden bei France Télécom 22.000 Stellen gestrichen. Mehrere tausend Mitarbeiter mussten ihren Arbeitsplatz wechseln.
Diese Information stammt von Saskia Brintrup / dpa.
Selbstmordserie bei France Télécom
Onlinekosten.de hat schon mehrfach über die Vorfälle in Frankreich berichtet, nun gibt es wieder ein “Opfer”. Man kann natürlich sagen, dass es keinen Zusammenhang zwischen dem Selbstmord und der beruflichen Situation des Mannes gibt und man kann auch sagen, dass alle anderen Selbstmorde (zwei Dutzend) auch nichts damit zu tun haben. Vielleicht handelt es sich hier ja um ein kommunales Phänomen, vielleicht aber auch nicht.
Selbstmordserie bei France Télécom geht weiter
Die Serie von Selbstmorden unter Mitarbeitern des französischen Telekommunikationskonzern France Télécom reißt nicht ab. Ein 51 Jahre alter Beschäftigter in einem Callcenter stürzte sich am Montag bei Annecy von einer Brücke in den Tod.
Arbeitsklima als Grund
In einem Abschiedsbrief habe der Familienvater das Arbeitsklima in dem Konzern als Motiv für die Tat genannt, berichtete der französische Radiosender France Info. Nach Gewerkschaftsangaben nahmen sich in den vergangenen eineinhalb Jahren rund zwei Dutzend Télécom-Beschäftigte das Leben.
Die Arbeitnehmervertreter gehen davon aus, dass ein Teil der Selbstmorde direkt auf die Arbeitsbedingungen und den Konzernumbau zurückzuführen ist. In den vergangenen Jahren wurden 22.000 Stellen gestrichen und 7.000 Mitarbeiter versetzt. Sogar die Regierung schaltete sich schon ein. Sie forderte die Unternehmensleitung zum Dialog mit den Mitarbeitern auf. Künftig sollen die Betriebsärzte – soweit es die Schweigepflicht erlaubt – psychisch labile Mitarbeiter melden.
Die Information kommt vom dpa / Hayo Lücke.
