Archiv für Januar 2010
Ixquick: Neuer Proxy Dienst
Ixquick ist eine Suchmaschine die auf Datenschutz setzt. So wird im Gegensatz zu fast allen anderen Suchmaschinen die IP Adresse des Nutzers nicht gespeichert. Die Qualität der Suchergebnisse leidet darunter aber nicht. Die Ergebnisse sind im Vergleich mit Etablierten wie Google und Co ebenbürtig. Einzig bei der Bildersuche sind große Unterschiede wahrnehmbar, Google bspw. liefert hier wesentlich profundere Ergebnisse.
Anlässlich des europäischen Datenschutztages (über dessen Sinn man streiten kann..) setzt Ixquick jetzt noch einen drauf und spendiert einen kostenlosen, in die Suchmaschine integrierten Proxy Dienst. Die Handhabe ist dabei denkbar unkompliziert. Man gibt wie gewohnt seinen Suchbegriff ein und startet die Suche, unter den erscheindenen Ergebnissen gibt es nun eine neue Funktion “Proxy”. Klickt man darauf so öffnet sich die gewünschte Seite über den Ixquick Proxy, dabei werden keine persönlichen Daten an die geöffnete Seite weitergereicht. Die Geschwindigkeit ist für einen Proxy überraschend und angenehm schnell. Mit einem schnellen Klick in der rechten oberen Ecke des Fensters, kann jederzeit wieder eine direkte Verbindung mit der Seite hergestellt werden.
HIER findet ihr einen direkten Vergleich zwischen dem surfen ohne und mit Proxy.
Hier das Release Video von Ixquick:
ELENA 2010
Es ist soweit, ELENA hat die Bühne betreten. Das Publikum jubelt. Alle sind zufrieden. Eine neue Supernova am Datenschutzfirmament. Meiner Meinung nach sollten sich alle Berufstätigen darüber informieren. Wer mehr über den elektronischen Einkommensnachweis wissen will, sollte den folgenden Artikel, der eine sehr gute Einführung darstellt, lesen und sich kritisch mit dem Thema auseinandersetzen.
ELENA steht für den elektronischen Entgeltnachweis und beschreibt ein Gesetz, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie als »wichtiger Meilenstein zum Abbau bestehender Bürokratie« bezeichnet wird. Was sich nach einer sinnvollen Innovation anhört, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als eine Vorratsdatenspeicherung in einem neuen Bereich in bisher unerreichten Dimensionen. Außerdem soll durch ELENA die elektronische Signatur etabliert werden, da diese für die Anwendung des Verfahrens unerlässlich ist.
Mit dem Beginn des Jahres 2010 müssen Arbeitgeber in Deutschland monatlich die Einkommensnachweise der bei ihnen angestellten Beschäftigten, Beamten, Richter oder Soldaten zur Speicherung an eine zentrale Sammelstelle übermitteln. Dabei wird zusätzlich eine Vielzahl anderer personenbezogener Daten erhoben, die bei Bedarf verschiedenen Behörden zur Verfügung gestellt werden.
Den ganzen Artikel gibt es entweder auf der Homepage der Piratenpartei Deutschland oder Sie können Diesen Beitrag weiterlesen »
FROHES NEUES JAHR!!!
Liebe Freidenker,
2010 verspricht ein spannendes Jahr für den Datenschutz und die Gesellschaft zu werden. ELENA und der elektronische Personalausweis stehen kurz bevor. Das Urteil des BVerfG über die Vorratsdatenspeicherung steht aus und vieles mehr. Es kommen sinistere Zeiten auf uns zu. Warum? Weil wir bei aller Technikliebe und Hang zum Komfort die Verhältnissmäßigkeit unterwegs über Board geworfen haben. Ich glaube zwar nicht, dass den meisten Menschen wirklich egal ist was mit ihren Daten passiert, nur weil sie angeblich nichts zu verbergen haben, aber ich bin mir sicher, dass die meisten Menschen im Moment die Reichweite der neuen gesetzlichen Regelungen weit unterschätzen. Dies ist unter anderem der Informationspolitik der Bundesregierung geschuldet. Alles wird als Vorteil verkauft. Nirgendwo, nicht mal in Schulen, wird über die Wichtigkeit von Datenschutzgrundsätzen und über die Gefährdung durch Datenmissbrauch aufgeklärt. Das muss sich ändern! Es ist wichtig das die Heranwachsenden ein Gefühl dafür bekommen, wie wertvoll und verletzlich ihre persönlichen Daten in Zeiten komplexer Vernetzung und Überwachung sind. Jeder der sich bspw. in einem Social Network anmeldet oder vergleichbare Dienste nutzt, sollte ein Gefühl dafür haben, was es eigentlich heißt, seine personenbezogenen Daten dort anzugeben. Vor allem sollte aber ein Bewusstsein dafür entstehen, dass es keinesfalls “normal” oder selbstverständlich sein sollte, irgendwo seine Daten anzugeben. Dies sollte eher die Ausnahme darstellen.
Viele unserer Lebensbereiche werden immer vernetzter und virtueller. Wenn wir nicht darauf Acht geben, dass diese Bereiche auch Bereiche bleiben und sich nicht über ein vernünftiges und angemessenes Maß ausdehnen, werden wir am Ende kaum noch eine Möglichkeit haben, diese Entwicklung wieder rückgängig zu machen. Wir sollten uns aufs neue Überlegen welchen Komfort wir unbedingt brauchen und worauf wir verzichten können. Wir müssen uns in der digitalen Welt aufs neue emanzipieren! Und dies kann nur geschehen, wenn eine neue Bewertung der aktuellen Terrorismus/-Überwachungsgesetze stattfindet. Unverhältnismäßige und ineffektive, sinnfreie Datenspeicherung muss abgeschafft werden! Ich hoffe, das das BVerfG dementsprechend urteilen wird – nach der mündlichen Verhandlung hat sich bei mir zumindest ein eher gutes Gefühl eingestellt.
Was die Zukunft betrifft bin ich trotz der ernsten Lage positiv gestimmt. Veränderungen in der Datenschutz- und Netzpolitik werden von Menschen angestoßen und umgesetzt, die sich nicht mehr länger überwachen lassen wollen und die keine vernünftige Begründung in der Anwendung und Umsetzung vieler neuer und kommender Gesetze finden können…ihre Zahl wächst täglich. Es besteht eine hoffnungsvolle und realistische Chance, das sich dieses kritische Bewusstsein weiter verbreitet und der Protest gegen die gefährlichen und unverhältnismäßigen Maßnahmen unserer Regierung und der EU sich ausweitet. Mit dieser Hoffnung im Herzen möchte ich das neue Jahr beginnen.
Ich wünsche Euch und Euren Familien ein schönes und gesundes neues Jahr!
Euer
Freidenker

